Als “Faszien” bezeichnet man die bindegewebigen Umhüllungen und Auskleidungen sämtlicher Organe, Muskeln Gefäße und allen anderen Körperstrukturen. Durch sie werden die einzelnen Teile des Organismus von einander abgegrenzt und angeordnet, aber auch mit einander verbunden und in Bezug zu einander gebracht. Im eigentlichen Sinne gibt es keine einzelnen Faszien, das gesamte Fasziensystem ist als einheitliche Struktur zu betrachten, die den ganzen Körper durchzieht und ihm Kontur, Form, Halt und Funktionalität verleiht. So können bspw. die Fasern einer Mukelhülle übergehen in die Sehne, dann in den Kapsel-Band-Apparat eines Gelenkes, anschließenden in die Knochenhaut, usw, usw…  Da sich die Faszienverläufe in alle Bereiche des Körpers erstrecken vereint die Fasziale Osteopathie alle drei Hauptbereiche der Osteopathie - strukturell (Bewegungsapparat), viszeral (Organe), craniosakral (Nervensystem) - und kann als Königsdisziplin buchstäblich “ganzheitlich” genannt werden. Durch das Verwobensein aller Faszien können Blockaden, Restriktionen oder Verklebungen die Spannungszüge auch in entferntere Bereiche des Körpers weiterleiten und dort Beeinträchtigungen und Sympotome hervorrufen. Aufgabe der Faszialen Osteopathie ist es, die ursächlichen Herde ausfindig zu machen, aufzulösen und das Gesamtsystem in einen ausgewogenen Grundzustand zu bringen. Die Vorgehensweise hierbei ist weniger bestimmt von einer Vielzahl an Behandlungstechniken, sondern wird getragen von der Feinfühlickkeit, “Spürigkeit” und auch Intuition des Bahandlers. Der Ablauf ist meist ruhig und sanft (”Listening-Techniken”), auch damit der Körper ausreichend Gelegenheit hat, die erarbeiteten Veränderungen zu integrieren und darauf zu reagieren. Faszien haben desweiteren wichtige Funktionen in Bereichen des Abwehrsystems, des Fettdepots, des Flüssigkeitshaushaltes und vor allem der Informationsleitung und -speicherung (”Zellgedächnis”). So multifunktional wie dieses Gewebe sind auch die Einstazmöglichkeiten der Faszialen Osteopathie Osteopathie Osteopathie ist ein maunalmedizinisches Diagnose- und Behandlungsverfahren, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die unterschiedlichen aber immer interagierenden Funktionsebenen des menschlichen Organismus unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit zu stärken und aufeinander abzustimmen. Ihr Begründer, der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917) war der Überzeugung, daß der Mensch auch ohne Zutun von außen (Medikation, invasive Techniken, Operationen u.ä.) allein aus intrinsisch angelegten  Autoregulations- und Selbstheilungsmechanismen in der Lage ist, seine Gesundheit zu erhalten, bzw. sie gegebenfalls wiederzuerlangen. Grundlagen hierfür sind nach Stills eine angemessene Gafäßversorgung ("Die Arterie ist essentiell"), eine freie Beweglichkeit ("Bewegung ist Leben") sowie eine physiologische Beanspruchung aller Körperstrukturen, damit sie im Sinne einer gesunden Funktionalität ausgeformt werden können ("Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig"). Sollte sich der Organismus diese Vorraussetzungen nicht mehr aus eigener Kraft aufrecht erhalten können, werden entspechende Fehlfunktionen ("somatische Dysfunktionen") vom Osteopathen aufgespürt und mit vornehmlich sanften Behandlungstechniken behoben und auch vorgebeugt. So kann der Klient zurückfinden zu einer ausgewogenen Befindlichkeit, Belastbarkeit und Homöostase. Die Osteopathie umfaßt also deutlich mehr als ihre Bezeichnung (deutsch: "Knochenheilkunde") vermuten läßt. Sie gewährleistet dem Organismus eine myofasziale Ausbalancierung, freie Gelenkbeweglichkeit, eine volle Funktionsfähigkeit der Organe sowie des Gefäß- und  Nervensystems und setzt all dies in einen konstruktiven Zusammenhang zueinander. Die Osteopathie gründet sich auf drei Säulen: 1. parietale (strukturelle) Osteopathie: Bewegungsapparat, Spinalnerven 2. viszerale Osteopathie: innere Organe, vegetatives Nervensystem 3. kraniosakrale Osteopathie: Zentrales Nervensystem und umgebende Strukturen (vgl. Craniosacrale  Therapie) Der Osteopath weiß um viele komplexe Funktionszusammenhänge, wie z.B. aufeinander aufbauende, evtl. zuerst stumme (kompensierte) Dysfunktionen, die für eine kausale Therapie alle mit behoben werden sollten (Ursache-Folge-Ketten) oder die nervale Vernetzung verschiedener, vom selben Rückenmarkssegment versorgter Bereiche (somato-viszeraler Reflex, Dermatome). Darüberhinaus ist er sich bewußt, daß Schmerzen und Funktionseinschränkungen immer auch die gesamte Lebenssituation des Klienten beeinflussen oder gar aus ihr hervorgegangen sind. Er betrachtet den Menschen also nicht nur nach strukturellen, sondern auch nach biopsychosozialen Gesichtspunkten. Eine osteopathische Behandlung kann aus verschiedenen, miteinander kombinierbaren Techniken bestehen und richtet sich nach der jeweiligen Diagnose, therapeutischen Strategie, Reaktionslage und Zugänglichkeit des Klienten. Behandlungstechniken: (Auswahl) - Weichteiltechniken: Mobilisation von Gelenkkapseln, Bänder, Sehnen, Muskelgewebe (translatorisches Gleiten, Querfriktionen, Triggerpunktbehandlung) - Muskel-Energie-Techniken: Lösen von Muskelspannung bzw. Bewegungseinschränkungen auf neurophysiologoscher Basis mittels ausdiffernziertem Anspannen-Entspannen-Dehnen der entsprechenden Muskeln (postisometrische Relaxation, antagonistische Inhibition) - fasziale Techniken: Verbessern der Spannungsverhältnisse und der Trophik der Faszien, d.h. der Bindegewebsstrukturen, die alle Muskeln und Organe um- bzw. alle Körperhöhlen ausgleiten und die allesamt miteinander vernetzt sind - Impulstechniken: Manipulation von Gelenken (auch Wirbelsäule) aus einer exakt eingestellten Vorpositionierung heraus mit wenig Kraft und geringer Amplitude aber hoher Schnelligkeit (Trust) in die eingeschränkte Bewegungsrichtung - Positional-Release-Techniken: Strukturen werden über eine entsrechende Gelenkseinstellung in eine Position gebracht, in der sich spontan lösen können (Tenderpoints, Strain-Counterstrain) - Listening-Techniken: Aufspüren und passives Folgen gewebsgebunder Spannungs- und Bewegungstendenzen zur Unterstützung einer körpereigenen Lösungsreaktion (Unwinding) Mittlerweile haben sich diverse eigenständige Methodiken entwickelt, die einzelne Aspekte der Osteopathie vertiefen, weiterführen und mit anderen Vorgehensweisen kombinieren. All diese Behandlungsformen sind nicht immer klar voneinander abzugrenzen und können in einem anregenden Austausch miteinander stehen oder sich gegeseitig inspirieren. verwandte Methoden: - Chiropraktik: betont die Wirbelsäule als zentrales Achsenorgan und richtet v.a. Wirbelfehlstellungen aus um eine intakte Nervenfunktion zu gewährleisten Manuelle Therapie: ist ein anerkannter Fachbereich der Physiotherapie und entspricht im Wesentlichen der o.g. parietalen Osteopathie  Craniosacrale Therapie: hat die eher mechanistisch-strukturelle Ebene der o.g. kraniosakralen Osteopathie verlassen und widmet sich stark den psycho-emotionalen, biodynamischen Aspekten   … siehe hier - Angewandte Kinesiologie: benutzt spezielle Muskeltests als körpereigenes Biofeedback-System und korrigiert aufgefundene Unausgewogenheiten - Ortho-Bionomie: verwendet Postionierungs- und Lagerungstechniken zur sanften Gewebsentspannung und integriert auch Aura-Arbeit - Bowen-Therapie: harmonisiert die Energieversorgung des Körpers mittles sanfter Druck- und Zugstimuli an oberflächlichen Gewebsschichten,  jeweils gefolgt von einer längeren Pause zur Reizintegration - Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation: schult Koordination und Tiefensensibilität für ein freies, effizienteres Bewegungsverhalten - Trigger-Osteopraktik: löst Spannungsherde auch mit apparativer Hilfsmitteln (Druckutensilien, Stoßwellenapparate) - Fasziendystorsionsmodell nach Typaldos: behebt Fasziendysfunktionen mit bestimmten Techniken, wobei die Angaben des Klienten maßgeblich das Behandlungsgeschehen bestimmen.  © Prakash Frank Sanzenbacher nach oben

Fasziale Osteopathie

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PRAXIS FÜR KÖRPERARBEIT UND SENSITIVES HEILEN  Prakash Frank Sanzenbacher                                   Heilpraktiker & Physiotherapeut